Das Ohnsorg -Theater hat sich neu erfunden

 

 

Das Ohnsorg- Theater kannte ich bisher nur aus den frühen Tagen des Fernsehens. Die Stücke wurden nicht in plattdeutsch, sondern in missingsch gesendet und waren auschließlich Kömödien mit viel Klamauk. Das war dann gottseidank irgendwann vorbei. Für mich wurden diese Fernsehübertragungen zur Antiwerbung und ein Hamburgbesuch wegen des Ohnsorg-Theaters kam niemals infrage.

 

Jetzt hatte ich Gelegenheit, das Stück „De Mann in´n Stroom“ zu sehen und ich war „platt“. Mit modernsten Theatermitteln wird der Roman von Siegfried Lenz in plattdeuscher Sprache auf die Bühne gebracht. Auf einer Drehbühne können Szenen sehr schnell wechseln und trotz oder wegen sparsamer Requisiten unterschiedliche Räume und Umgebungen dargestellt werden. Mit Videosequenzen werden Unterwasserszenen eingespielt. Eindringlich das Gesicht des Tauchers unter dem Taucherhelm: seine Gedanken und Ängste werden in Form eines inneren Monologs vorgetragen.

 

Es ist zu hoffen, dass dieses Stück noch einmal wieder aufgenommen wird, denn am 9.11.2018 war leider die letzte Vorstellung. Man findert im Netz verschiedene Besprechungen des Stückes, die durchweg positiv sind, z.B.: https://www.ndr.de/kultur/De-Mann-inn-Strom-Premiere-am-Ohnsorg-Theater,manninnstrom100.html

 

Auch eine plattdeutsche Besprechung findet sich: https://www.quickborn-vereinigung.de/heft-artikel/de-mann-inn-stroom/

 

Ich möchte noch ein paar Anmerkungen zur Sprache in diesem Stück machen. Frank Grupe – er ist der Vorgänger des jetzigen Spielleiters - hat die Bühnenfassung des Romans erstellt und die Dialoge in feinem plattdeutsch geschrieben, das für die älteren Schauspieler, die schon lange Zeit plattdeutsch spielen, auf den Leib geschrieben scheint. Den jungen Schauspielern merkt man natürlich an, dass sie keine „native speaker“ sind. Wer plattdeutsch aufgewachsen ist, hört das. Sie sind aber sehr gut gecaocht worden und und insbesondere die Leistung des Jungen, der den Sohn spielt, ist auch in dieser Hinsicht beachtlich. Aber schade ist es schon, dass die Rekrutierung plattdeutsch aufgewachsener Schauspieler kaum möglich ist.